Wer ist nur auf diese Absurde Idee gekommen,
es würde sich verbrauchen,
es wäre begrenzt,
geh sorgsam damit um,
eines Tages ist nichts mehr davon da.
Als ob man mit 90 nichts mehr Empfinden würde.
Und der Umstand des Aufhören,
der Veränderung,
ob es sich je beruhigen wird.
Kann mich nicht ablenken.
Es ist in mir,
es ist im Nacht Bus von Sao Paulo nach Rio,
schlaflos an hunderten Hotels vorbei.
Es ist hier, in dieser Besetzung,
in diesem Muster aus flicken, in diesem Raum,
nur gestaltet, verändert, nach dem wenigen, nach dem minimalem, dem Wichtigen.
Es ist die Konsequenz,
es ist alles nur die Konsequenz der Unaufhörlichkeit.
Es bleibt in mir.
Egal in welcher Form, in welcher Größe, in welchen Umfang und mit welchen Ausgang.
Egal wie das hier und jetzt ist,
wie die Geschichte gelaufen ist.
Es bleibt.
Und lass es hunderte sein.
Und was ich hier nicht ertragen kann,
ist der Ausgang,
diese Unmöglichkeit.
Als ob ich aufhören würde zu Empfinden.
Als ob es euch nicht mehr Betreffen würde.
Und du, du Unbekanntes.
Setzt dich neben mich und lausch der Stille.
Ein Jahr ohne ein Wort. Ohne ein gesprochenes Wort.
Ohne einen Menschen der Verstehen würde.
Ich kann euer Schweigen nicht mehr ertragen.
Das Schweigen was ich ständig ernte.
Ich kann mein Schweigen nicht mehr Ertragen.
Mein Schweigen über mich.
Die Helden der Stille in ständiger Inkonsequenz.
Und ich überlege das Schweigen zu brechen.
Überlege ob ich die schmerzen Ertrage.
Den Ausgang etwas ändern, zumindest Wissen das es verstanden wird.
Zumindest irgendwie die Unmöglichkeit etwas besser begreifen?
Zumindest wissen wie es Euch geht,
zumindest Wissen das Ihr liebt.
Mein Schweigen ist nur die Gewissheit das bisher niemand ähnlich Empfunden hat.
Niemand hat an sich geglaubt,
meist glaubten sie nur den anderen.
Wir sitzen in dem lieben Café und ich schweige.
Und ich hätte Stunden erzählen können,
am Ende hättet Ihr vielleicht Verstanden,
hättet euch um eine Lösung bemüht.
Vielleicht hätte ich auch Geheimnissen gelauscht,
die ich schon ewig gespürt habe.
Aber könnt Ihr meine Angst verstehen,
wieder nur Schweigen zu ernten?
Ich erkläre, und man schweigt,
ich frage, und man schweigt,
ich bitte um Antwort, und man schweigt,
ich schweige, und man hört nicht mal zu.
— occam Feb 2010